Kategorie-Archiv: Rezepte

Was der Kürbis alles kann

Herbstzeit bedeutet unter anderem, dass die Supermärkte Berge von Kürbissen (Kürben? Kürbanten?) aufbauen, mit denen man dann die tollsten Sachen machen kann. Wir haben in den vergangenen Herbsten (ja wirklich: die Herbste!) vor allem mit dem mir früher unbekannten, inzwischen mainstreamigen Hokkaido sehr gute und leckere Erfahrungen gemacht. Diese sind im einzelnen:

Kürbis-Pesto-Happen

Hierfür wird ein halber ausgehöhlter Kürbis in 2-3 Zentimeter große Würfel geschnitten, hilfreich ist später eine einigermaßen waagerechte Oberseite. Dann breitet man die Stücke auf einem Blech mit Backpapier aus und beträufelt sie zuerst mit etwas Olivenöl und dann mit Basilikumpesto. Nun werden die Stücke bei 200 Grad für 20-25 Minuten im Ofen gebacken.

Die kleinen Snacks kann man warm und kalt genießen, die gehen echt gut weg.

Ofengemüse

Siehe hier: Aus zwei mach eins, das geht super zusammen mit Kürbisstücken.

Kürbis-Suppe

Hierfür habe ich einen halben Kürbis (ca. 600 Gramm) zusammen mit zwei bis drei Stangen Sellerie, zwei Karotten (gern die lila Variante), etwas geriebenem Muskat und einem daumengroßen Stück Ingwer in einen großen Topf gegeben, je 200 ml Wasser und Kokosmilch aufgegossen und für 30 Minuten gekocht. Dann das ganze mit dem Pürierstab zu einer cremigen Suppe zerkleinern und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Am nächsten Tag war die Suppe gut durchgezogen und schmeckte noch ein bißchen besser.

Kürbis-Risotto

Das Rezept hier von cozy-and-cuddly habe ich nachgekocht, dabei den Wein durch extra Butter ersetzt und wirklich Kelle für Kelle die Brühe hinzugefügt. Rausgekommen ist jedesmal ein tolles Risotto.

Geröstete Kürbiskerne

Die Kürbiskerne habe ich bisher immer weggeworfen, diesen Herbst packte mich die Experimentierlust und ich habe nach Verwendungen gesucht. Das Vorgehen für würzige Kürbiskerne:

Die Kerne müssen nach dem Aushölen vom Fruchtfleisch befreit werden. Das ist etwas mühsam, geht ganz gut in einer Wasserschüssel mit den Händen. Dann werden sie über Nacht in Salzwasser eingelegt. Am nächsten Tag wird das Wasser abgegossen, die Kerne abgespült und auf einem Küchentuch zum Trocknen ausgelegt, das kann gut einen Tag dauern.

Ich habe dann in einer beschichteten Pfanne etwas hitzetaugliches Olivenöl erhitzt, und zwar auf Stufe 7 von 9 unseres Herds. Wenn das Öl zu heiß ist, werden die Kerne außen schnell schwarz und rösten nicht richtig. Daher etwas Geduld mitbringen und umrühren, dann werden die Kerne gleichmäßig goldbraun. Irgendwann fangen sie an, wie Popcorn zu knallen, ein Deckel oder flaches Sieb hilft gegen umherfliegende Stücke.

Ist die gewünschte Farbe erreicht, können die Kürbiskerne auf Küchenkrepp ausgebreitet werden, um evtl. überschüssiges Fett aufzunehmen. Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt zum Würzen, ich habe Salz aus der Mühle drübergestreut und ein wenig Chilipulver.

Das Ergebnis ist ein überraschend leckerer Snack geworden.

Aus zwei mach eins

Meine Mutter macht aus verschiedenen Wurzelgemüsen (bunte Karotten, Kartoffeln, bunte Bete, Kohlrabi usw.) ein ganz hervorragendes Gericht, welches wir schlicht Ofengemüse getauft haben. Weil es genau das ist.

Und so gehts: Alles in mundgerechte Stücke schneiden, in einer Marinade aus Öl, Salz, Rosmarin und/ oder anderen Gewürzen schwenken oder einfach drübergießen, ab auf ein Ofenblech und bei 175-200 Grad je nach gewünschter Al-Dente-igkeit 25 bis 35 Minuten warten. Dazu schmeckt ein Kräuterquark oder ein selbstgemachter Dip aus Joghurt, Öl und Gewürzen.

Wir haben das ganze etwas abgewandelt und daraus unseren Quinoa-Gemüse-Salat gemacht, nämlich einfach ein Paket Quinoa (200g) kochen und unter das Gemüse heben. Für die frische Note gerade im Sommer geben wir dann noch Gurkenstücke oder -scheiben dazu, getrocknete oder frische Tomate geht auch gut, und wer mich kennt, wundert sich nicht, wenn er auch mal auf ein paar Erdbeerstücke beißt.

Ein perfekter Sommerdrink

Die sonnige Jahreszeit bringt in Deutschland ja immer auch ein paar kulinarische Verführungen mit sich, da lachen einem dann beim Obsthändler Nektarinen, Pfirsiche, Erdbeeren, Kirschen und anderes entgegen. Man kann garnicht soviel davon essen wie man möchte (und deshalb gekauft hat). Gerade bei Wassermelonen isst das Auge dann leider nur sprichwörtlich mit, der Magen und der Appetit kapitulieren gern mal, und im Kühlschrank liegt eine halbe Melone und macht ein schlechtes Gewissen. Doch fürchtet euch nicht, hier kommt die Lösung:
Man nehme das Fleisch einer viertel Melone, füge es mit ca. 100-200ml Wasser in einen Mixer, gebe eine Nektarine, Mango oder einen Pfirsich hinzu und püriere das ganze für etwas 30 Sekunden. Wenn vorhanden, gern auch 6-8 Eiswürfel. Das ganze ergibt dann ungefähr einen Liter köstliches Kaltgetränk, man soll ja eh viel trinken an heißen Sommertagen, und im Kühlschrank ist auch wieder Platz. Cheers!

Leckerer Brotsalat (mir ist einfach kein besserer Titel eingefallen)

Manchmal ist noch ein Rest des besten Brots der Welt da, jedoch gerade kein Appetit auf Käse, Hummus oder Avocadocreme. Für diese Fälle haben wir uns den weltbesten Brotsalat ausgedacht.

Brotsalat

Und der geht ganz einfach so:

  • eine Auflaufform mit der gewünschten oder verfügbaren Menge Brotwürfel füllen
  • dazu Gemüse in mundgerechte Stücke schneiden, z.B.
    • Zucchini
    • Champignons
    • frische und/ oder getrocknete Tomaten
    • Paprika
  • darüber eine Salatvinaigrette gießen, z.B. aus
    • Olivenöl
    • Balsamico-Essig
    • Salz und Pfeffer
  • zum Schluss je nach Geschmack noch ein paar Feta-Würfel oben drauf
  • dann bei 170° für 20-30 Minuten in den Ofen (z.B. bis der Feta goldgelb wird, oder Du meinst, dass Du jetzt lange genug gewartet hast.)

Dazu kann man noch Kräuterquark oder einen anderen Dip hinstellen. Guten Appetit!

Meine Damen und Herren: Das Brot

Bei unserer Umstellung auf glutenfreie Ernährung ist ein regelmäßiger Bestandteil von Frühstück und Abendessen plötzlich weggefallen. Vollkornbrot mit Quark und Tomate, Mischbrot mit Käse oder auch mal eine Schinkenstulle waren relativ schnell Geschichte. Obwohl die Alternativen am Morgen (Smoothies) oder am Abend (Kartoffel-Montag) guten Ersatz boten, war der gelegentliche Jieper nach einem lecker gebackenen Brot nicht zu unterdrücken. In verschiedenen Iterationen versuchten wir immer mal wieder Ersatz Zutaten_Koernerbrotzu schaffen, doch der wahre Jakob hielt sich lange verborgen.

Und dann brachte eine Freundin eine Brotmischung aus Dänemark mit,  das Steinalder Brød. Im wesentlichen eine Tüte mit verschiedenen Körnern (s.u.), man gab nur Eier und Salz dazu. Dieses Brot ist eine Offenbarung.

Leider standen in der Backanleitung keine Mengenangaben für die Körnermischung. Also bewaffnete ich mich eines Abends mit allem, was wie ein Sieb aussah oder so funktionierte. Und dann habe ich über eine Stunde Samen und Körner gezählt. Am Ende wussten wir ziemlich genau, wie sich unser Lieblingsbrot zusammensetzt:

  • 145g Sonnenblumenkerne
  • 80g Sesamkörner
  • 100g Leinsamen
  • 20g Cashewkerne
  • 30g Mandeln
  • 70g Kürbiskerne
  • 25g Chia-Samen
  • 40g getrocknete Feigen
  • 4 Eier
  • 1 TL Salz
  • optional etwas Öl (1EL)

Das ganze wird in einer Schüssel gut verrührt und in eine Kastenform gegossen, die voKoernerbrot_fertigrzugsweise mit Backpapier ausgelegt ist. Bei 150°C im Umluftherd ist das Prachtstück nach einer Stunde fertig, man soll es 10min abkühlen lassen und dann aus der Form nehmen. Köstlich.

Inzwischen haben wir einige Varianten ausprobiert, die Hälfte der Feigen durch Rosinen ersetzt, Haselnüsse mit Mandeln gemischt, statt Früchte getrocknete Tomaten und Oregano untergemischt, beim Schreiben dieses Eintrags bin ich noch über eine Abwandlung mit Walnüssen gestolpert, es war immer fantastisch. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

Mexikanische Tortillas – ganz einfach

Seit Mai wird bei uns (noch) häufiger zuhause gekocht, gebacken, püriert, mit frischen Zutaten vom Markt und total spannenden Sachen wie Chia-Samen. Nach einem langen Arbeitstag soll das natürlich auch nicht allzu lange dauern, daher sind einfache Gerichte für die Wochentage angesagt. Beim Anblick der letzten selbstgemachten Guacamole packte mich plötzlich die Lust auf Fladenbrot, und ich machte mich auf die Suche nach dem besten Rezept. Beim Stöbern auf chefkoch.de und was Google sonst noch so anbot fand ich mehrere Anleitungen, deren Kommentare aber allesamt auf gewisse Schwächen bei der  Zubereitungsweise schließen ließen.

Das Grundrezept ist eigentlich total einfach: Wasser, Mehl, vielleicht etwas Salz.

Aaaaaaaber: Welches Mehl für geschmeidigen Teig? Wieviel Wasser? Teig ausrollen auf oder zwischen Backpapier? Ofenblech oder Pfanne mit wenig Öl oder viel? Fragen über Fragen.

Dann der entscheidende Tipp bei Chefkoch.de. Und daraus wurde mein erstes, bestes und vielleicht auch einziges

Rezept für 6 gefüllte mexikanische Tortillas

Mexiko-GemueseFür das Gemüse z.B.:
  • Paprika
  • Zucchini
  • Mais
  • rote oder schwarze Bohnen
  • frische und/ oder getrocknete Tomaten
  • 2-3 EL passierte Tomaten, evtl. Kokosmilch
Guacamole:
  • 1 Avocado
  • 1 feingehackte Zwiebel
  • 1/2 feingehackte Paprika
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 EL Zitrone
  • Salz, Pfeffer
Für die Tortillas:
  • 300ml Wasser (und zwar, das ist der Tipp, kochendes Wasser)
  • 300g Mehl (wir haben eine Mischung aus je 150g Mais- und Buchweizenmehl verwendet)
  • eine Prise Salz

Die Avocado mit Zitrone und Öl in eine ausreichend große Schüssel geben und zerdrücken oder in einem Mixer pürieren. Danach die Zwiebel, Paprika und Gewürze zugeben und etwas ziehen lassen.

Tortilla rohDa das Teigausrollen, Backen und Losessen recht schnell gehen sollte, am besten jetzt das Gemüse vorbereiten und dann im Ofen bei 50-60°C warm halten. Dazu eine Zwiebel hacken und anschwitzen, dann kleingeschnittenes Gemüse nach Wunsch  hinzugeben und anbraten. Zum Schluss die passierten Tomaten und Gewürze dazu, fertig!

Dann die Tortillas: Salz und Mehl vermischen, das (kochend heiße) Wasser darüber geben und mit einem Holzlöffel oder ähnlichem verrühren, bis die Masse soweit abgekühlt ist, dass man es per Hand zu einem geschmeidigen Tortilla fertigTeig weiterkneten kann. Den Teig dann in 6 Kugeln aufteilen und auf mehr Mehl ausrollen. Der Teig klebt recht gut auf der Unterlage, daher nicht sparsam mit dem Mehl sein. Für das gleichmäßige Ausrollen eignet sich ganz hervorragend dieser Marmor-Ausroller. Das Backen geht schneller als das Ausrollen, daher entweder ausreichend Fladen vorbereiten oder zu zweit arbeiten: eine ausreichend große beschichtete Pfanne aufheizen (Stufe 7-8 von 9) und die Fladen von jeder Seite 1-2min backen, wir sind bisher ohne Öl ausgekommen. Danach auf einem Teller stapeln, dadurch trocknen die Fladen nicht aus, sondern bleiben warm, weich und geschmeidig.

Wrap_kombiniert

Nun die Tortillas nach Lust und Laune belegen. Guten Appetit!

Leckeres Brot-Rezept

Vermehrt wird bei uns gerade selbst gebacken und gekocht, ein Highlight dieser Tage ist das Veggie-Bread. Nach ein paar Experimenten (Zucchini haben unterschiedliche Größen, 2 Zucchini ist also eine denkbar vage Mengenangabe*) kommt da ein Brot raus, das man gern auch ohne Belag, nur mit Butter oder Kokosfett und Salz, genießen kann.

* am Ende scheint dann ca. 200g Zucchini zu passen