Kategorie-Archiv: Foto und Video

Mein Fotoworkflow mit NAS und Tablet

Digitalkameras haben zu einem faktischen Verschwinden der variablen Kosten für eine einzelne Fotoaufnahme geführt. Will man später was in der Hand haben, ist das natürlich anders, aber das reine Fotografieren kostet: nichts (OK, bis auf etwas Strom, die Abnutzung der Kamera und der Speicherkarte, aber… ernsthaft?)

Das Problem

Die Folge davon ist natürlich nach jedem Urlaub ein Berg neuer Bilder, zuerst auf der Speicherkarte, dann auf der Festplatte. Und bis auf wirklich sehr disziplinierte Zeitgenossen setzt sich wohl keiner direkt nach der Rückkehr an den PC und sichtet seine Fotos. Und dann ist ganz schnell der nächste Urlaub oder ein anderes Ereignis da. Festplattenspeicher ist günstig, im Consumer-Fotobereich (keine RAW- oder 40 Megapixel-Bilder) unbegrenzt vorhanden bzw. erweiterbar, was liegt da näher als das mühsame Sortieren auf später zu verschieben.

Ist dieses „Später“ dann mal ran, macht es immer noch keinen Spaß, sich am Rechner mit der Maus von Bild zu Bild zu klicken und jedes Löschen auch noch zu bestätigen. Auf diese Art schaffe ich vielleicht 300 Bilder, bevor ich keine Lust mehr habe und auf das nächste Später warte…

Mein heimisches Technik-Setup mit Synology-NAS, Panasonic Lumix DMC-LF1, Acer Iconia Tab als Wanddisplay und Samsung S4 mini ist eine tolle Basis für meinen

Foto-Workflow

fotoworkflow

Software

Dafür benötige ich folgende Programme und Apps:

  • SyncMe Wireless (zum Bewegen von Bilddateien zwischen Endgerät und NAS)
  • Synology Cloudstation (zum Synchronisieren von Ordnern auf PC und NAS)
  • Snapseed (Bildbearbeitung mit intuitiver Bedienung)

Neue Fotos

Auf der Netzwerkfestplatte (im Folgenden auch einfach NAS genannt, steht in der Abstellkammer) habe ich mir einen Ordner /neueBilder eingerichtet.

Dorthin kopiere ich mit der WLAN-Funktion meiner kompakten Lumix-Kamera die Bilder, die ich behalten möchte (oder einfach alle neuen, z.B. von einem Urlaub).

Von meiner Canon Spiegelreflex-Kamera geht das leider noch nicht ganz so komfortabel, da muss der gute alte USB-Cardreader ran…

Per automatischem SyncMe-Job wird regelmäßig der Inhalt dieses Ordners auf das Tablet übertragen, die Bilder stehen dort zur Nachbearbeitung bereit.

Archiv Sortieren

Mit der Software Synology Cloudstation kann ich beliebige Ordner auf dem PC in das NAS synchronisieren, praktisch eine Sicherheitskopie erstellen. Die Bilder sind schon in Ordnern nach Jahren und Anlässen (z.B. 2013/Spanien ) vorsortiert (das kriege ich nach dem Urlaub gerade so hin…)

Ein SyncMe-Job spielt nun die Fotos eines Jahres auf mein Handy (oder aufs Tablet). Dort kann ich sie mit der Android-Bildergalerie (oder einer anderen App) betrachten und unscharfe oder doppelte Bilder einfach löschen.

Bin ich mit einem Jahr fertig, stoße ich die Synchronisierung erneut an, so dass auch auf dem NAS die schlechten Bilder gelöscht werden.

Nachbearbeitung

Mit Snapseed kann ich ausgewählte Bilder zuschneiden, retuschieren und das Ergebnis als neues Bild auf dem Tablet in einem Ordner speichern. Dieser Snapseed-Ordner wird mit SyncMe regelmäßig zurück auf das NAS gespielt.

Beste Bilder

Besonders gelungene Bilder speichere ich im NAS-Ordner /besteBilder. Ein SyncMe-Job speichert sie dann regelmäßig auf Handy und Tablet, so dass ich z.B. Freunden einen Eindruck vom letzten Urlaub geben kann.

Außerdem stehen alle Bilder auf dem NAS natürlich auch am PC zur Verfügung, z.B. zum Einbinden in dieses Blog.

Verglichen mit den Mausklick- und Tastaturorgien fühlt sich diese Fotobearbeitungskette weniger wie Arbeit an. Besonders das Sortieren des Archivs ist nun eine Aufgabe, die man bequem während einer Bahnfahrt oder anderer Slacktime erledigen kann (statt nur CandyCrush zu spielen).

Der Mond ist ein Felsklotz in praller Sonne

Anlässlich der gleich 4 Supermonde in diesem Jahr, bei denen der Mond während der Voll-Phase der Erde am nächsten ist, waren die Online-Portale voll von Tipps, wie man den Mond am besten fotografiert. Immer wieder musste ich lesen, dass der Nachtmodus bzw. lange Belichtungszeiten und ein Stativ empfohlen wird. Wer das mal selbst ausprobiert, wird schnell merken, dass es ziemlicher Unsinn ist (oder die Sache mit einem bedauernden Blick auf seine vermeintlich schlechte Kamera sein lassen). Tatsächlich kann problemlos aus der Hand fotografiert werden. Zum Beispiel beschreibt dieser Artikel recht anschaulich und mit schönen Beispielen, wie man es richtig macht.
Bei meinen eigenen Experimenten (die auch mit Stativ, Blende 1.8 und 1 Sekunde Belichtung begannen) bin ich mit meinem Canon EF 28-135mm Objektiv bei 1/1000 Sekunde und Blende 5.6 am besten gefahren. Unten seht ihr das Ergebnis.

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Voglio comprare una scheda di memoria

Wer auf Reisen geht, muss beim Packen an vieles denken. Je länger die Reise, desto länger auch die Packliste. Gerade im Sommerurlaub am Strand gibt es ja so ein paar Sachen, ohne die man ziemlich dumm da stände: Sonnenbrille, Badehose, … Zum Glück habe ich noch nie so richtig wichtige Dinge vergessen, deren Fehlen den Urlaub gar scheitern ließe, wie Flugtickets, Ausweisdokumente oder ähnliches. Und an den meisten touristisch erschlossenen Orten kann man vieles inzwischen nachkaufen. So war dann auch auf dem Weg ins italienische Lignano Sabbiadoro, als ich feststellte, dass ich keine (CF)-Speicherkarte in meiner Kamera hatte, der Ärger zunächst nur begrenzt.

Gleich am Ankunftstag erkundete ich die Gegend auf der Suche nach einem halbwegs sortierten Foto- oder Technikgeschäft. Doch außer Kopfschütteln und gutgemeinten, aber erfolglosen Tipps der Einheimischen, es doch hier oder da zu probieren, erreichte ich nichts. Das einzige Fotogeschäft war geschlossen und durch Schaufenster konnte ich nur SD-Karten sehen. Sollte ich wirklich fast 2kg Kamera-Ausstattung umsonst mitgeschleppt haben?

Am nächsten Tag probierte ich mein Glück in diesem Fotogeschäft (1 auf der Karte). Der Inhaber war recht freundlich, entpuppte sich als erfahrener Fotograf mit ordentlich Ausstattung, hatte jedoch leider keine Karte im Verkauf. Er bot an, einen Kollegen anzurufen, was jedoch ein, zwei Stunden dauern könnte. Außerdem kenne er noch ein Geschäft in der Viale Porpetto, da könne ich doch mal fragen.

Zum Glück hatte ich mir mit OruxMaps eine Karte der Gegend auf mein Handy geladen, so dass ich mich mit GPS recht zielsicher in der Stadt bewegen konnte. Es war ein schöner, sonniger Tag, ich war fit und motiviert. Und so begann meine Odyssee.

LignanoCF-Karte

In der Viale Porpetto fand ich fast sofort ein kleines Computergeschäft (2), der Verkäufer hatte SD-Karten im Angebot. Wie schön. Es gäbe da ein kleines Eckgeschäft in der Via Latisana… (3)

Nein, CF-Karten hatten die nicht. Aber weiter die Straße runter ist doch ein Mobilfunkgeschäft, und in der Nähe der Einkaufsstraße Via Udine noch ein Vodafone-Laden.

Ersteres habe ich nicht gefunden, dafür war ich so dicht wie nie am Yachthafen, bevor ich umkehrte und ein mittelgroßes Elektro- und Haushaltsgeschäft fand (4). Der Mittzwanziger dort war felsenfest davon überzeugt, dass es im Vodafone-Shop wirklich und ganz sicher CF-Karten gäbe. Auf geht’s.

Den Shop (5) fand ich dann nach nur 20 Minuten kreuz-und-quer-Suche, voller Vorfreude ließ ich mich von der Angestellten vor eine recht anständig gefüllte Wand mit Speicherkarten führen. Die hatten alles da. Wirklich alles? Nein, eine Sorte fehlte…

Nun waren inzwischen mehr als eineinhalb Stunden vergangen, ich langsam müde und mir gingen die Optionen aus. Also machte ich mich auf den Weg zurück zum kleinen Fotogeschäft, meiner letzten Hoffnung.

Mit all den Schlenkern und Schleifen hatte ich an die 7 km in den Beinen, als ich wieder bei FotoDigit Smile ankam. Ohne viel Worte drückte mir der freundliche Herr eine gebrauchte CF-Karte mit 8GB in die Hand, die er mir für einen fairen Preis verkaufte. Ich wäre ihm fast um den Hals gefallen. Ohne ihn wäre Fotos wie dieses vom internationalen Mini-Beachcamp in Lignano oder stimmungsvolle Abendbilder in Venedig nicht möglich gewesen. Danke, danke, danke!

internationalBeachcamp

GoPro-Unterwasser-Videos bearbeiten

Beim Kurzurlaub in Ägypten konnte ich endlich mal das wasserdichte Gehäuse der GoPro und die Oculus-FlatLens ausprobieren. Bei einem kurzen Schnorchelgang am Hausriff unseres Hotels „Breakers Surfing & Diving Lodge“ und einem Bootsausflug gab es dazu Gelegenheit.
Die Kamera habe ich auf 1080p/25fps eingestellt. Stativ ran und los. Die Fotos waren nicht so der Knaller, hat zum Teil mit der Auslöseverzögerung zu tun. Die Videos sind dafür überraschend gut geworden, schon im Rohzustand sorgten sie für Freude. Nachbearbeitet habe ich mit AviSynth und VirtualDub.
Die unvermeidlichen Kamerawackler habe ich mit dem DeShaker-Plugin für VDub sehr gut wegbekommen. Geschnitten, Kontrast und Gamma korrigiert, überblendet und verkleinert auf 720p dann mit AviSynth-Script und mit XVid komprimiert gibt ein überzeugendes Ergebnis.
Fürs nächste Mal: Weniger hektische Bewegungen, das Stativ auch mal auf dem Boden a.k.a. Meeresgrund abstellen und die Fische kommen lassen.