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Bastelprojekt Wanddisplay – Teil 1

Eines Abends hatte ich eine Idee. Es wäre doch toll, wenn man bei uns im Flur auf einen Blick viele Infos bekommen könnte, morgens zum Beispiel das Wetter, Nachrichten, das Programm des Café Tasso, Kinostarts und weiteres.

Die Hardware

Für den eher eingeschränkten Einsatzzweck schien mir ein High-End-Tablet mit High-End-Preis unnötig. Auch hatte ich schon so einen groben Plan, was für Apps drauf sollten. Also machte ich mich auf die Suche nach einem günstigem 10-Zoll-Tablet mit blickwinkelstabilem Display (IPS) und Android (für die Flexibilität).

Der erste Versuch, ein Odys Gate aus den Amazon Warehousedeals, ging daneben. Das Tablet kam mit 10% Akkustand an und ließ sich weder mit dem mitgelieferten noch mit anderen Ladegeräten aufladen. Also Retoure.
Dann gab es bei den Blitzangeboten ein Acer Iconia Tab 10. Preislich eine Etage über Odys angesiedelt, versprach es aufgrund der vielen guten Kritiken und der guten Ausstattung das richtige Gerät zu sein.

Um das Display an der Wand zu befestigen, verwende ich ein Halterungssystem von XFLAT. Die Lösungen mit doppelseitigem Klebeband lasen sich teilweise sehr unsicher, und ein solcher Absturz lässt sich meist nicht durch einen Neustart beheben.

Die Apps

Während ich auf die Wandbefestigung wartete, konnte ich das Tablet schon für seinen Einsatz vorbereiten. Geplant waren zunächst diese Funktionen:

  • Kalender-Übersicht
  • Abfahrtszeiten an den nahegelegenen ÖPNV-Stationen
  • Tageswetter
  • Nachrichten

Screenshot_Wanddisplay1Die Apps dafür hatte ich teilweise schon auf dem Handy. Als Terminplaner kommt aCalendar zum Einsatz. Die Öffi-App lässt für Bahn und Bus keine Wünsche offen. Der Wetterdienst meines Vertrauens, wetteronline.de, bietet eine tolle App mit stundengenauer Vorhersage, Regenradar und, ganz wichtig, relativ hoher Trefferquote. Für die Nachrichten nehme ich gReader. Alle bieten Widgets, die sich gut konfigurieren lassen und so morgens ohne viel Tatsch und Wisch das zeigen, was ich wissen will.

Die Fortsetzung gibt es in Teil 2 des Projekts.

Wunder der Tierwelt: Die Nebelkrähe

Heute habe ich eine Krähe gesehen, die aus ca. 5m Flughöhe eine Walnuss auf den Bürgersteig fallen ließ. Zuerst glaubte ich an ein Versehen, aber dann ließ sich die Krähe neben der Nuss nieder und pickte darauf herum. Offenbar war der Plan, die Schale durch den Aufprall zu knacken, genauso aufgegangen wie die Nuss selbst. Die Krähe nahm die Nuss wieder auf und hüpfte ins nahe Gras, wo sie sie fallenließ und mit losen Zweigen und Gras bedeckte, während sie sich immer wieder umschaute. Es sah aus als wolle sie sie verstecken und sichergehen, dass niemand dies beobachtete.

Mehr Beweise für solch planvolles Vorgehen von Krähen findet ihr z.B.:

 

Tipps für die moderne Küche – die Kräuterschere

Kraeuterschere_small Eines der wichtigsten Utensilien, das heute in keiner Küche fehlen darf, ist die Kräuterschere. Für sieben Blättchen Basilikum das Wiegemesser samt Brett hervorwühlen und später auch noch reinigen? In Zukunft ist das nicht mehr nötig. Gleichmäßigere Streifen bekommt man mit keinem anderen Werkzeug hin. Das braucht ihr gar nicht probieren. Nicht zu vergessen die einfache Bedienung, auch fortgeschrittene Kräuterschnitt-Techniken wie der doppelte Halbanriss oder der lange vergessen geglaubte Schrägblattschnitt gehen nach kurzer Eingewöhnung flüssig von der Hand. Alternativ findet das Werkzeug Verwendung zur Weihnachts- oder Faschingszeit, Reinigungskamm_smallbei der Herstellung von stimmungsvollem Lametta oder lustigen Konfettistreifen. Warum ich es noch nie beim Friseur im Einsatz gesehen habe, ist mir ein Rätsel.
Nicht ganz zuende gedacht scheint mir allerdings die Idee mit dem Reinigungskamm. Zwar kann man damit sehr gut kleine Kräuterschnipsel aus den Zwischenräumen der Kräuterschere entfernen. Doch wie befreit man diesen Kamm von solchen Überbleibseln? Da wäre eine Kräuterscherenreinigungskammrestebürste ein praktisches Zubehörteil. Wahrscheinlich muss man das aber extra bestellen.

Computerreparatur, Variante unerwartet

An einem Sonntagnachmittag mitten im Sommer 2001 kam ich vom Basketballspielen in der Schreinerstraße in Berlin-Friedrichshain zurück. Auf einmal stand eine ältere Dame vor mir und sprach mich an: „Entschuldigen Sie, kennen Sie sich mit Computern aus?“ Ich sah an mir herunter: alte Spielershorts und ein ausgeblichenes T-Shirt, durchgeschwitzt und erschöpft. Ja, genau so jemanden spricht man mit dieser Frage auf der Straße an. Ich nickte. „Mein Mann und ich müssen dringend am Computer arbeiten, aber der ist irgendwie kaputt und wir wissen nicht, was wir tun sollen.“ Ob ich mit in die Wohnung kommen und einen Blick auf den Rechner werfen könne. Kurz dachte ich die möglichen Szenarien durch, von einsamer Dame mit Kommunikationsdefizit bis perfidem Entführungsplan ging mir einiges durch den Kopf. Ich entschied mich für die Vertrauensvariante und betrat das Haus.

Die Wohnung lag im Dachgeschoss, klein, hübsch und mit viel Liebe eingerichtet, mit altem Gebälk, bodenhohem Fenster mit tollem Blick auf den Kirchturm in der Bänschstraße. Irgendwo in einer Ecke, fast so, als wollten sie ihn verstecken, ein winziger Tisch mit Tastatur und Bildschirm, darunter der Quell des Ärgers.

Während ich mir einen Überblick verschaffte, erzählten mir die beiden ein bißchen aus ihrem Leben. Leider habe ich das meiste vergessen. Hängengeblieben ist nur: Sie waren ein Künstlerehepaar, er Bühnenregisseur, sie Theaterautorin, mit durchaus bewegtem Leben, sehr freundlich und dankbar.

Der Rechner war elendig langsam, allein das Öffnen des Windows Explorers dauerte eine Ewigkeit. Die dringende Computerarbeit war das Schreiben eines Theaterstücks in Word, das Starten des Programms nahm zwei Minuten kostbarer Lebenszeit in Anspruch.

Ob ich etwas trinken möchte. Ein Glas Wasser, vielen Dank.

Beim Speichern eines kleinen Dokuments kam die Fehlermeldung, dass kein Speicherplatz auf dem Rechner verfügbar war. Oha.

Sie hatten eine erwachsene Tochter, die aus Berlin weggezogen war.

Die Kiste hatte vermutlich einen Virus. Der Internetzugriff für die Fehlersuche führte statt zu Google zu einer Seite mit fragwürdigen Konsumofferten, im Hintergrund liefen Dutzende Prozesse, von denen ich noch nie gehört hatte, und die den Prozessor ständig zu fast 100 Prozent auslasteten.

Nach einer halben Stunde war klar, dass hier mit Fehlerbehebung nicht viel auszurichten war, nur eine Neuinstallation konnte Abhilfe schaffen. Das wäre aber an diesem Abend nicht mehr zu schaffen. Also tauschten wir die Telefonnummern aus und ich verabschiedete mich. Eine freundlich gemeinte Aufwandsentschädigung lehnte ich ebenso freundlich ab, ich hatte ja überhaupt nichts gemacht.

Wir verabredeten uns am nächsten Tag zum Reanimationstermin. Frisch geduscht (jaha!), mit deutlich vertrauenserweckenderen Klamotten und einer Handvoll Windowstools auf einem USB-Stick stand ich vor der Tür. Die Neuinstallation von Windows ist eigentlich unglaublich langweilig und verdient keine weitere Erwähnung. Doch ich bekam Tee und Kekse und sehr nette Gesellschaft, es waren wie gesagt sehr freundliche und aufgeschlossene ältere Leute, die mit mir auch einen interessierten Gesprächspartner hatten. Ich glaube es war die unterhaltsamste Windows-Installation, die ich je gemacht habe. Zu schade, dass ich mich an Gesprächsdetails kaum noch erinnern kann. Was wohl aus ihnen geworden ist?

Meine Redewendung der Woche

In einem englischen Buch las ich gerade die Redewendung

„Hindsight is always 20/20“.

Es bezog sich auf die Ursachen für den Fehlschlag eines Softwareprojekts. Frei ins Deutsche übertragen bedeutet es „Hinterher ist man immer schlauer“. Ich war allerdings am tatsächlichen Ursprung interessiert und wurde auch schnell fündig: Das Ergebnis eines Sehtest wird mit einer Quote X/20 angegeben, 18/20 bedeutet ziemlich gute Sehstärke, bei 12/20 sollte man sich wohl mit einer Brille anfreunden. Hindsight, also die „Rück-Sicht“, ist hingegen immer perfekt. Eine tolle Metapher.

Entscheidungen

Neulich war ich mit Freunden vor dem Kino essen und wurde wieder mal Zeuge eines Schauspiels, wie es wohl jeder schon erlebt (oder sogar selbst veranstaltet) hat: Zwei Menschen in einem für sie neuen Restaurant blicken in die Karte und versuchen sich für eine Abendmahlzeit zu entscheiden. Das ist eine hochkomplizierte Angelegenheit, es müssen viele Faktoren bedacht werden:

  1. wie groß ist mein Hunger/ Appetit und welche Gerichte fallen aufgrund der Portionsgröße in die bzw. aus der engeren Wahl
  2. wovon verspreche ich mir große Gaumenfreuden

So weit, so gut. Doch jetzt geht es erst los:

  1. was bestellen die anderen, dasselbe Gericht zu bestellen ist ein No-Go
  2. was hatte ich vor Kurzem und darf ich deshalb auf keinen Fall essen (auch wenn ich es gern esse)
  3. worauf hat mein(e) Partner(in) zwar Appetit, möchte es aber nicht bestellen, sondern nur von mir probieren
  4. worauf habe ich gerade WIRKLICH Lust (intensives In-sich-hineinhorchen)
  5. wann kommt  der Kellner wieder (kurz davor muss ich auf jeden Fall nochmal neu überlegen)

Das selbständige Treffen von Entscheidungen ist eine Aufgabe, die uns fast das ganze Leben lang begleitet: Möchte ich lieber mit dem roten Auto spielen oder mit dem blauen? Finde ich Spinat lecker oder doof? Höre ich dem Lehrer zu oder schreibe lieber Zettel mit dem Banknachbarn? Welchen Berufsweg schlage ich ein? Bleibe ich bei dem sicheren Arbeitsplatz, der mich nicht zufriedenstellt oder wage ich einen vielversprechenden, aber mühsamen neuen Weg? Ziehe ich die schwarze Hose an oder die blaue? Kaufe ich ein Auto und wenn ja, welches?

Es gibt passive und aktive Möglichkeiten, mit diesen Aufgaben umzugehen. Der einfachste Fall ist natürlich, wenn andere die Entscheidung für mich treffen. Sehr hilfreich, wenn ich selbst (z.B. aufgrund von fehlendem Wissen oder Erfahrung) nicht dazu in der Lage bin, eine qualifizierte Wahl zu treffen. Ich halte es für erstrebenswert, die Anzahl solcher Situationen nach und nach zu reduzieren.

Ich kann die Entscheidung auch bewusst jemand anderem überlassen. Das ist unter manchen Umständen sehr verantwortungsvoll, wenn ich der Meinung bin, derjenige kann die Auswahl besser treffen als ich selbst (Gründe dafür siehe oben). Ich möchte jedoch niemanden aus Bequemlichkeit mit Nebensächlichkeiten beschäftigen. Es ist natürlich leichter, die Verantwortung für eine eventuell falsche Wahl von mir zu weisen. Ein unschöner Nebeneffekt ist, dass mir die Beweggründe für die Wahl vielleicht verborgen bleiben und ich bei der nächsten, ähnlichen Situation wieder vor demselben Problem stehe.

Ich kann warten, bis eine Option von selbst verschwindet oder sich plötzlich starke Argumente für eine Variante ergeben, die mir die Wahl erleichtern. Leider bleibt hier nicht unbedingt immer die beste aller ursprünglichen Optionen übrig, und ich muss vielleicht vergebenen Möglichkeiten nachtrauern.

Ich kann auch das Für und Wider jeder Option bestimmen und dann basierend auf mehr oder weniger rationalen Kriterien meine Wahl treffen. Hierfür gibt es verschiedene Methoden unterschiedlicher Komplexität. Beliebt ist das Befragen von Experten (Familie, Freunde, Verkäufer), die, so sei es unterstellt, fundierte Meinungen oder Standpunkte zu der Frage haben, die ich dann meinem eigenen gegenüberstellen und bewerten kann.  Nicht zu unterschätzen ist das eigene Bauchgefühl, allerdings neigt zumindest mein Bauch zu eher undeutlichen Äußerungen, daher nutze ich es meist zur Verifikation einer Auswahltendenz. Vor allem im beruflichen Umfeld finden z.B. die SWOT-Analyse, Scoringverfahren (auch Nutzwertanalyse oder Entscheidungsmatrix), PMI (Plus-Minus-Interest), CAF (Consider-All-Facts) usw. Anwendung.

Eine Hürde bei solchen Techniken ist, die zur Entscheidungsfindung relevanten Faktoren (und zwar möglichst alle) zu kennen oder bestimmen zu können. Übersieht man einen wichtigen Faktor, führt das unter Umständen zu einer nicht optimalen Entscheidung. Die zweite Hürde ist, die Kriterien für jede Variante objektiv zu bestimmen und vielleicht sogar zu gewichten. Ist ein niedriger Preis das Wichtigste oder geht es mir vor allem um eine Zeitersparnis, die beim teureren Produkt vielleicht größer ist? Ist die neue Arbeitsstelle mit besseren Aufstiegschancen verbunden, die mir im derzeitigen, sicheren Job fehlen?

Bestimmte Entscheidungen sind es sicher wert, diesen Aufwand zu betreiben. Und mit einer ausreichenden Expertise, genügend Erfahrung und Zeit ist das dann auch zu bewältigen.

Und wie steht es mit der Situation im Restaurant? Wenn ich mir die obigen 7 Punkte (und es gibt vielleicht sogar noch ein paar mehr) so ansehe, klingt es nach einer ziemlichen Herausforderung, das alles zu bedenken, gegeneinander abzuwägen und zu einer Entscheidung zu kommen. Und dann ist da noch die Frage: Ist es das auch wert? Sind die Konsequenzen meines Entschlusses so weitreichend, dass ich eine nicht-optimale Wahl später bereue?

Tsunetomo Yamamoto zitiert in seinem „Hagakure: Der Weg des Samurai“ (S. 53) ein altes Sprichwort: „Denke scharf nach und entscheide innerhalb von sieben Atemzügen“. Weiter steht dort: „Langes Überlegen stumpft den scharfen Rand einer Entscheidung ab.“

Über die Allgemeingültigkeit solcher Weisheiten kann man geteilter Meinung sein. Bei wichtigen Entscheidungen schlafe ich gern eine Nacht darüber, tausche mich auch mit anderen aus, denn sinnvolle Diskussionen lassen sich allein nicht führen. Wichtige Entscheidungen betreffen den weiteren Lebensweg, die Gesundheit, Geld in größeren Summen.

Für das Restaurantproblem (und einige andere Angelegenheiten) habe ich irgendwann beschlossen, dass es keinen großen Zeit- und Denkaufwand wert ist. Meist stelle ich mir die ersten beiden der oben genannten Fragen, bleibt dann immer noch mehr als eine Option übrig, werfe ich eine imaginäre Münze.

So bleibt der Kopf frei von unnötigem Ballast. Und ich beobachte weitere angenehme Nebeneffekte: Eine höhere Entschlussfreudigkeit bei kleinen Sachen führt zu einer Art Gewöhnung an diesen beschleunigten Prozess der Entscheidungsfindung. Es fällt mir inzwischen leichter, auch größere Dinge schneller und besser zu bewerten und mit mehr Selbstvertrauen eine Auswahl zu treffen.

Jede Wahl erfordert von mir eine Entscheidung, aber nicht jede Wahl ist auch entscheidend.

Der Mond ist ein Felsklotz in praller Sonne

Anlässlich der gleich 4 Supermonde in diesem Jahr, bei denen der Mond während der Voll-Phase der Erde am nächsten ist, waren die Online-Portale voll von Tipps, wie man den Mond am besten fotografiert. Immer wieder musste ich lesen, dass der Nachtmodus bzw. lange Belichtungszeiten und ein Stativ empfohlen wird. Wer das mal selbst ausprobiert, wird schnell merken, dass es ziemlicher Unsinn ist (oder die Sache mit einem bedauernden Blick auf seine vermeintlich schlechte Kamera sein lassen). Tatsächlich kann problemlos aus der Hand fotografiert werden. Zum Beispiel beschreibt dieser Artikel recht anschaulich und mit schönen Beispielen, wie man es richtig macht.
Bei meinen eigenen Experimenten (die auch mit Stativ, Blende 1.8 und 1 Sekunde Belichtung begannen) bin ich mit meinem Canon EF 28-135mm Objektiv bei 1/1000 Sekunde und Blende 5.6 am besten gefahren. Unten seht ihr das Ergebnis.

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Voglio comprare una scheda di memoria

Wer auf Reisen geht, muss beim Packen an vieles denken. Je länger die Reise, desto länger auch die Packliste. Gerade im Sommerurlaub am Strand gibt es ja so ein paar Sachen, ohne die man ziemlich dumm da stände: Sonnenbrille, Badehose, … Zum Glück habe ich noch nie so richtig wichtige Dinge vergessen, deren Fehlen den Urlaub gar scheitern ließe, wie Flugtickets, Ausweisdokumente oder ähnliches. Und an den meisten touristisch erschlossenen Orten kann man vieles inzwischen nachkaufen. So war dann auch auf dem Weg ins italienische Lignano Sabbiadoro, als ich feststellte, dass ich keine (CF)-Speicherkarte in meiner Kamera hatte, der Ärger zunächst nur begrenzt.

Gleich am Ankunftstag erkundete ich die Gegend auf der Suche nach einem halbwegs sortierten Foto- oder Technikgeschäft. Doch außer Kopfschütteln und gutgemeinten, aber erfolglosen Tipps der Einheimischen, es doch hier oder da zu probieren, erreichte ich nichts. Das einzige Fotogeschäft war geschlossen und durch Schaufenster konnte ich nur SD-Karten sehen. Sollte ich wirklich fast 2kg Kamera-Ausstattung umsonst mitgeschleppt haben?

Am nächsten Tag probierte ich mein Glück in diesem Fotogeschäft (1 auf der Karte). Der Inhaber war recht freundlich, entpuppte sich als erfahrener Fotograf mit ordentlich Ausstattung, hatte jedoch leider keine Karte im Verkauf. Er bot an, einen Kollegen anzurufen, was jedoch ein, zwei Stunden dauern könnte. Außerdem kenne er noch ein Geschäft in der Viale Porpetto, da könne ich doch mal fragen.

Zum Glück hatte ich mir mit OruxMaps eine Karte der Gegend auf mein Handy geladen, so dass ich mich mit GPS recht zielsicher in der Stadt bewegen konnte. Es war ein schöner, sonniger Tag, ich war fit und motiviert. Und so begann meine Odyssee.

LignanoCF-Karte

In der Viale Porpetto fand ich fast sofort ein kleines Computergeschäft (2), der Verkäufer hatte SD-Karten im Angebot. Wie schön. Es gäbe da ein kleines Eckgeschäft in der Via Latisana… (3)

Nein, CF-Karten hatten die nicht. Aber weiter die Straße runter ist doch ein Mobilfunkgeschäft, und in der Nähe der Einkaufsstraße Via Udine noch ein Vodafone-Laden.

Ersteres habe ich nicht gefunden, dafür war ich so dicht wie nie am Yachthafen, bevor ich umkehrte und ein mittelgroßes Elektro- und Haushaltsgeschäft fand (4). Der Mittzwanziger dort war felsenfest davon überzeugt, dass es im Vodafone-Shop wirklich und ganz sicher CF-Karten gäbe. Auf geht’s.

Den Shop (5) fand ich dann nach nur 20 Minuten kreuz-und-quer-Suche, voller Vorfreude ließ ich mich von der Angestellten vor eine recht anständig gefüllte Wand mit Speicherkarten führen. Die hatten alles da. Wirklich alles? Nein, eine Sorte fehlte…

Nun waren inzwischen mehr als eineinhalb Stunden vergangen, ich langsam müde und mir gingen die Optionen aus. Also machte ich mich auf den Weg zurück zum kleinen Fotogeschäft, meiner letzten Hoffnung.

Mit all den Schlenkern und Schleifen hatte ich an die 7 km in den Beinen, als ich wieder bei FotoDigit Smile ankam. Ohne viel Worte drückte mir der freundliche Herr eine gebrauchte CF-Karte mit 8GB in die Hand, die er mir für einen fairen Preis verkaufte. Ich wäre ihm fast um den Hals gefallen. Ohne ihn wäre Fotos wie dieses vom internationalen Mini-Beachcamp in Lignano oder stimmungsvolle Abendbilder in Venedig nicht möglich gewesen. Danke, danke, danke!

internationalBeachcamp

Buchtipps Juli-September 2014

Hier einige gesammelte Buchtipps der letzten Zeit:

1. Brilliance (Marcus Sakey) – Teil 1 der Brilliance-Saga
Der deutsche Titel ist „Die Abnormen„. Ich bin beim Stöbern im Amazon-Shop darüber gestolpert, der „Klappentext“ las sich spannend: Im fiktiven Jetzt ist 1% der Weltbevölkerung sogenannte „Brilliants“ (ins Deutsche eher unschön mit „Abnorme“ übersetzt), die über besonders ausgeprägte Fähigkeiten in einem bestimmten Bereich z.B. der Wahrnehmung oder Geistesleistung verfügen: Der eine kann die Bewegungen seiner Mitmenschen sehr gut interpretieren und ihre nächsten Aktionen „voraussehen“, ein anderer erkennt sehr gut Muster in Datenmengen und ist zum Beispiel in der Lage, die Börsenkurse zu prognostizieren. Ein Teil dieser Begabten setzt diese Fähigkeiten für den eigenen Nutzen oder für kriminelle Aktivitäten ein, andere arbeiten diesseits der Legalität an der Bekämpfung eben jener Kriminellen. Das Buch beschreibt aus der Sicht eines „brillianten“ Profilers die Jagd nach dem strategischen Superhirn, das Anschläge verübt und an der Weltherrschaft arbeitet.
Einmal angefangen fiel es mir schwer, mit dem Lesen aufzuhören, die Handlung wirkt sehr durchdacht und zeichnet ein realistisches Bild der Welt, wie sie unter den gegebenen Umständen aussehen könnte. Ich bin dann auch gleich weiter zum Titel

2. A better world (Marcus Sakey) – Teil 2 der Brilliance-Saga,
der die begonnene Geschichte nahtlos fortsetzt und ebenso faszinierende Handlungswendungen beinhaltet wie Buch 1 der Saga. Ich kann kaum über den Inhalt schreiben, ohne das Ende des ersten Teils vorwegzunehmen, daher sei nur gesagt, dass ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung warte…

3. Born to run (Christopher McDougall)
Hier geht es um das Laufen des Menschen, als Sport und als Fortbewegungsart. Ein Journalist, selbst Hobby-Läufer, erfährt von einem sagenumwobenen Volk Mittelamerikas, das über erstaunliche läuferische Fähigkeiten verfügen soll. Seine Recherche führt ihn von verschiedenen Lauftechniken über das Für und Wider moderner Laufschuhentwicklung, Ernährungsweisen und mentale Stärke hin zum Geheimnis der Tarahumara, jenem Stamm der Läufer aller Läufer. Er lernt faszinierende Persönlichkeiten der Ultra-Marathon-Szene kennen, beschreibt ihre (manchmal leidvollen) Erfahrungen und destilliert daraus, was das Laufen wirklich ausmacht.
Ich habe viel Neues erfahren, mir wurde eine bisher eher unspannende Sportart auf eine Weise nähergebracht, die mich zwar nicht zum begeisterten Läufer tranformiert, mich aber die Leistungen Einzelner und das Laufen an sich besser verstehen und respektieren lässt.

4. Eat to run (Scott Jurek)
Der Autor ist eine der Persönlichkeiten, die im Buch „Born to Run“ beschrieben werden. Das Buch ist im Prinzip eine Autobiographie, angereichert mit Tipps für eine sportartfördernde Ernährung, die sich Scott Jurek selbst im Laufe der Jahre erarbeitet hat. Ich habe sowas ähnliches erwartet wie im Buch davor, leider wirkt auf mich das Vermengen der beiden Themen (Das Leben als Läufer und Kochrezepte) etwas aufgesetzt und manchmal predigend.

Mexikanische Tortillas – ganz einfach

Seit Mai wird bei uns (noch) häufiger zuhause gekocht, gebacken, püriert, mit frischen Zutaten vom Markt und total spannenden Sachen wie Chia-Samen. Nach einem langen Arbeitstag soll das natürlich auch nicht allzu lange dauern, daher sind einfache Gerichte für die Wochentage angesagt. Beim Anblick der letzten selbstgemachten Guacamole packte mich plötzlich die Lust auf Fladenbrot, und ich machte mich auf die Suche nach dem besten Rezept. Beim Stöbern auf chefkoch.de und was Google sonst noch so anbot fand ich mehrere Anleitungen, deren Kommentare aber allesamt auf gewisse Schwächen bei der  Zubereitungsweise schließen ließen.

Das Grundrezept ist eigentlich total einfach: Wasser, Mehl, vielleicht etwas Salz.

Aaaaaaaber: Welches Mehl für geschmeidigen Teig? Wieviel Wasser? Teig ausrollen auf oder zwischen Backpapier? Ofenblech oder Pfanne mit wenig Öl oder viel? Fragen über Fragen.

Dann der entscheidende Tipp bei Chefkoch.de. Und daraus wurde mein erstes, bestes und vielleicht auch einziges

Rezept für 6 gefüllte mexikanische Tortillas

Mexiko-GemueseFür das Gemüse z.B.:
  • Paprika
  • Zucchini
  • Mais
  • rote oder schwarze Bohnen
  • frische und/ oder getrocknete Tomaten
  • 2-3 EL passierte Tomaten, evtl. Kokosmilch
Guacamole:
  • 1 Avocado
  • 1 feingehackte Zwiebel
  • 1/2 feingehackte Paprika
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 EL Zitrone
  • Salz, Pfeffer
Für die Tortillas:
  • 300ml Wasser (und zwar, das ist der Tipp, kochendes Wasser)
  • 300g Mehl (wir haben eine Mischung aus je 150g Mais- und Buchweizenmehl verwendet)
  • eine Prise Salz

Die Avocado mit Zitrone und Öl in eine ausreichend große Schüssel geben und zerdrücken oder in einem Mixer pürieren. Danach die Zwiebel, Paprika und Gewürze zugeben und etwas ziehen lassen.

Tortilla rohDa das Teigausrollen, Backen und Losessen recht schnell gehen sollte, am besten jetzt das Gemüse vorbereiten und dann im Ofen bei 50-60°C warm halten. Dazu eine Zwiebel hacken und anschwitzen, dann kleingeschnittenes Gemüse nach Wunsch  hinzugeben und anbraten. Zum Schluss die passierten Tomaten und Gewürze dazu, fertig!

Dann die Tortillas: Salz und Mehl vermischen, das (kochend heiße) Wasser darüber geben und mit einem Holzlöffel oder ähnlichem verrühren, bis die Masse soweit abgekühlt ist, dass man es per Hand zu einem geschmeidigen Tortilla fertigTeig weiterkneten kann. Den Teig dann in 6 Kugeln aufteilen und auf mehr Mehl ausrollen. Der Teig klebt recht gut auf der Unterlage, daher nicht sparsam mit dem Mehl sein. Für das gleichmäßige Ausrollen eignet sich ganz hervorragend dieser Marmor-Ausroller. Das Backen geht schneller als das Ausrollen, daher entweder ausreichend Fladen vorbereiten oder zu zweit arbeiten: eine ausreichend große beschichtete Pfanne aufheizen (Stufe 7-8 von 9) und die Fladen von jeder Seite 1-2min backen, wir sind bisher ohne Öl ausgekommen. Danach auf einem Teller stapeln, dadurch trocknen die Fladen nicht aus, sondern bleiben warm, weich und geschmeidig.

Wrap_kombiniert

Nun die Tortillas nach Lust und Laune belegen. Guten Appetit!