Archiv für den Monat: Oktober 2014

Voglio comprare una scheda di memoria

Wer auf Reisen geht, muss beim Packen an vieles denken. Je länger die Reise, desto länger auch die Packliste. Gerade im Sommerurlaub am Strand gibt es ja so ein paar Sachen, ohne die man ziemlich dumm da stände: Sonnenbrille, Badehose, … Zum Glück habe ich noch nie so richtig wichtige Dinge vergessen, deren Fehlen den Urlaub gar scheitern ließe, wie Flugtickets, Ausweisdokumente oder ähnliches. Und an den meisten touristisch erschlossenen Orten kann man vieles inzwischen nachkaufen. So war dann auch auf dem Weg ins italienische Lignano Sabbiadoro, als ich feststellte, dass ich keine (CF)-Speicherkarte in meiner Kamera hatte, der Ärger zunächst nur begrenzt.

Gleich am Ankunftstag erkundete ich die Gegend auf der Suche nach einem halbwegs sortierten Foto- oder Technikgeschäft. Doch außer Kopfschütteln und gutgemeinten, aber erfolglosen Tipps der Einheimischen, es doch hier oder da zu probieren, erreichte ich nichts. Das einzige Fotogeschäft war geschlossen und durch Schaufenster konnte ich nur SD-Karten sehen. Sollte ich wirklich fast 2kg Kamera-Ausstattung umsonst mitgeschleppt haben?

Am nächsten Tag probierte ich mein Glück in diesem Fotogeschäft (1 auf der Karte). Der Inhaber war recht freundlich, entpuppte sich als erfahrener Fotograf mit ordentlich Ausstattung, hatte jedoch leider keine Karte im Verkauf. Er bot an, einen Kollegen anzurufen, was jedoch ein, zwei Stunden dauern könnte. Außerdem kenne er noch ein Geschäft in der Viale Porpetto, da könne ich doch mal fragen.

Zum Glück hatte ich mir mit OruxMaps eine Karte der Gegend auf mein Handy geladen, so dass ich mich mit GPS recht zielsicher in der Stadt bewegen konnte. Es war ein schöner, sonniger Tag, ich war fit und motiviert. Und so begann meine Odyssee.

LignanoCF-Karte

In der Viale Porpetto fand ich fast sofort ein kleines Computergeschäft (2), der Verkäufer hatte SD-Karten im Angebot. Wie schön. Es gäbe da ein kleines Eckgeschäft in der Via Latisana… (3)

Nein, CF-Karten hatten die nicht. Aber weiter die Straße runter ist doch ein Mobilfunkgeschäft, und in der Nähe der Einkaufsstraße Via Udine noch ein Vodafone-Laden.

Ersteres habe ich nicht gefunden, dafür war ich so dicht wie nie am Yachthafen, bevor ich umkehrte und ein mittelgroßes Elektro- und Haushaltsgeschäft fand (4). Der Mittzwanziger dort war felsenfest davon überzeugt, dass es im Vodafone-Shop wirklich und ganz sicher CF-Karten gäbe. Auf geht’s.

Den Shop (5) fand ich dann nach nur 20 Minuten kreuz-und-quer-Suche, voller Vorfreude ließ ich mich von der Angestellten vor eine recht anständig gefüllte Wand mit Speicherkarten führen. Die hatten alles da. Wirklich alles? Nein, eine Sorte fehlte…

Nun waren inzwischen mehr als eineinhalb Stunden vergangen, ich langsam müde und mir gingen die Optionen aus. Also machte ich mich auf den Weg zurück zum kleinen Fotogeschäft, meiner letzten Hoffnung.

Mit all den Schlenkern und Schleifen hatte ich an die 7 km in den Beinen, als ich wieder bei FotoDigit Smile ankam. Ohne viel Worte drückte mir der freundliche Herr eine gebrauchte CF-Karte mit 8GB in die Hand, die er mir für einen fairen Preis verkaufte. Ich wäre ihm fast um den Hals gefallen. Ohne ihn wäre Fotos wie dieses vom internationalen Mini-Beachcamp in Lignano oder stimmungsvolle Abendbilder in Venedig nicht möglich gewesen. Danke, danke, danke!

internationalBeachcamp

Buchtipps Juli-September 2014

Hier einige gesammelte Buchtipps der letzten Zeit:

1. Brilliance (Marcus Sakey) – Teil 1 der Brilliance-Saga
Der deutsche Titel ist „Die Abnormen„. Ich bin beim Stöbern im Amazon-Shop darüber gestolpert, der „Klappentext“ las sich spannend: Im fiktiven Jetzt ist 1% der Weltbevölkerung sogenannte „Brilliants“ (ins Deutsche eher unschön mit „Abnorme“ übersetzt), die über besonders ausgeprägte Fähigkeiten in einem bestimmten Bereich z.B. der Wahrnehmung oder Geistesleistung verfügen: Der eine kann die Bewegungen seiner Mitmenschen sehr gut interpretieren und ihre nächsten Aktionen „voraussehen“, ein anderer erkennt sehr gut Muster in Datenmengen und ist zum Beispiel in der Lage, die Börsenkurse zu prognostizieren. Ein Teil dieser Begabten setzt diese Fähigkeiten für den eigenen Nutzen oder für kriminelle Aktivitäten ein, andere arbeiten diesseits der Legalität an der Bekämpfung eben jener Kriminellen. Das Buch beschreibt aus der Sicht eines „brillianten“ Profilers die Jagd nach dem strategischen Superhirn, das Anschläge verübt und an der Weltherrschaft arbeitet.
Einmal angefangen fiel es mir schwer, mit dem Lesen aufzuhören, die Handlung wirkt sehr durchdacht und zeichnet ein realistisches Bild der Welt, wie sie unter den gegebenen Umständen aussehen könnte. Ich bin dann auch gleich weiter zum Titel

2. A better world (Marcus Sakey) – Teil 2 der Brilliance-Saga,
der die begonnene Geschichte nahtlos fortsetzt und ebenso faszinierende Handlungswendungen beinhaltet wie Buch 1 der Saga. Ich kann kaum über den Inhalt schreiben, ohne das Ende des ersten Teils vorwegzunehmen, daher sei nur gesagt, dass ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung warte…

3. Born to run (Christopher McDougall)
Hier geht es um das Laufen des Menschen, als Sport und als Fortbewegungsart. Ein Journalist, selbst Hobby-Läufer, erfährt von einem sagenumwobenen Volk Mittelamerikas, das über erstaunliche läuferische Fähigkeiten verfügen soll. Seine Recherche führt ihn von verschiedenen Lauftechniken über das Für und Wider moderner Laufschuhentwicklung, Ernährungsweisen und mentale Stärke hin zum Geheimnis der Tarahumara, jenem Stamm der Läufer aller Läufer. Er lernt faszinierende Persönlichkeiten der Ultra-Marathon-Szene kennen, beschreibt ihre (manchmal leidvollen) Erfahrungen und destilliert daraus, was das Laufen wirklich ausmacht.
Ich habe viel Neues erfahren, mir wurde eine bisher eher unspannende Sportart auf eine Weise nähergebracht, die mich zwar nicht zum begeisterten Läufer tranformiert, mich aber die Leistungen Einzelner und das Laufen an sich besser verstehen und respektieren lässt.

4. Eat to run (Scott Jurek)
Der Autor ist eine der Persönlichkeiten, die im Buch „Born to Run“ beschrieben werden. Das Buch ist im Prinzip eine Autobiographie, angereichert mit Tipps für eine sportartfördernde Ernährung, die sich Scott Jurek selbst im Laufe der Jahre erarbeitet hat. Ich habe sowas ähnliches erwartet wie im Buch davor, leider wirkt auf mich das Vermengen der beiden Themen (Das Leben als Läufer und Kochrezepte) etwas aufgesetzt und manchmal predigend.