Archiv für den Monat: Juli 2014

2 neue Apps

Mit meinem Telefon kann man viele tolle Sachen machen, das ist das faszinierende an diesen Smartphones. Ich habe zwei neue Helferlein entdeckt:

Noom

Irgendwann vor kurzen beschlich mich das Gefühl, dass ich mich abgesehen vom Hobby Beachvolleyball zusätzlich noch ein wenig bewegen könnte. Der Fußweg zur Arbeit ist recht kurz, mein Job ist überwiegend im Sitzen zu erledigen. Mehr Gehen war der Plan. Allein, woher weiß ich, wieviel ich bisher gehe, wieviel ich gehen sollte und ob ich das auch tue? Auf Frage 2 war keine fundierte Antwort zu finden: Die vielzitierten 10.000 Schritte am Tag  sind anscheinend so eine Art Modefakt, da viele der aktuellen Fitnesstracker (Nike Fuel, Fitbit & Co. ) diese Zahl als Tagesziel vorgeben.

Ich habe mir daher vorgenommen, mir nichts vorzunehmen außer: Mehr gehen. Die Anschaffung eines Fitnesstrackers habe ich trotzdem mehrmals erwägt, mich aber angesichts des Preises (ab ca. 80 Euro) und begrenzten Nutzens (Schritte zählen) für die Lösung mit meinem Telefon entschieden (Es gibt auch LowTec-Schrittzähler in der Apotheke, aber die haben den Charme einer 80er-Jahre-Stoppuhr). Nach kurzer Suche war dann meine App für den Zweck gefunden: Noom Walk.

Was kann die App? Schritte zählen. Das macht sie gut, mit einem für mich sinnvoll erscheinenden Herangehen: Erst wenn vom Beschleunigungssensor eine ca. 4-5 Sekunden dauernde regelmäßige schrittartige Bewegung erkannt wird, läuft der Zähler dauerhaft hoch, andernfalls fällt er wieder auf den Ausgangswert zurück. Das klappt beim Ablegen des Telefons auf dem Schrank, beim Herausholen aus der Tasche usw. sehr gut. Die Grenzen werden erreicht beim Sitzen in der U-Bahn oder im Auto, wenn hier länger dauernde Erschütterungen (z.B. durch die Fahrbahn) auftreten.

Wie macht sie das? Per Beschleunigungssensor. Anders als sowas wie Runtastic, wo eher die Wegstrecke getrackt wird, und zwar per GPS. Das verbraucht viel Batterie, ist auch nur zuverlässig, wenn das GPS-Signal da ist (also nicht in Gebäuden) und zeichnet mehr Daten auf als mir lieb ist.

Wie genau ist die App? Weiß ich nicht. Ist mir auch egal. Ich möchte wissen, ob ich mehr gehe. Ich möchte nicht wissen, ob ich heute drei Schritte oder zehn Schritte mehr gelaufen bin.

Was kann sie sonst noch? Schritte pro Tag, Woche, Monat und insgesamt speichern und anzeigen, als Zahl und mit einer Art Farbcode. Man kann sich auch bei der Noom Community anmelden (Google+ oder Facebook oder eigene Email) und seine Schrittzahl mit anderen vergleichen. Für besonders tolle Leistungen oder einfach so kann man „HighFives“ verteilen. Das ist genau 1x lustig und für mich ungefähr so nützlich wie diese App.

Und was kommt raus? An den ersten Tagen habe ich mal bewusst noch nix anders gemacht, da standen am Ende des Tages ca. 3.000-3.500 Schritte auf dem Display. Dann bin ich mal komplett zur Arbeit gelaufen statt mit der U-Bahn zu fahren, habe statt Fahrstuhl die Treppe genommen oder habe statt Bus und Bahn zur Post einfach den direkten Weg, fast Luftlinie, gewählt. Ergebnis: 6.000-9.000 Schritte am Tag. So hab ich mir das vorgestellt.

Llama

Jeder Mobiltelefonbesitzer merkt recht schnell, dass es Zeiten und/ oder Orte gibt, an denen lautes Handyklingeln unangebracht ist. Die Evolution hat da tolle Dinge hervorgebracht: Den Ton-Aus-Knopf, unterschiedliche Lautstärke-Profile und zeitgesteuerte Profilwahl. Letztere habe ich auf dem Smartphone in Form von Timeriffic zweieinhalb Jahre lang gern verwendet: Morgens um halb neun das WLAN aus (für den Arbeitsweg), um neun Ton aus, WLAN an (Arbeit), abends halb sechs das ganze retour, außer an Montagen, da schon um fünf, wegen Sport. Und so weiter. Einfach, bequem, leider nur begrenzt flexibel: Was ist mit Urlaub? Was ist mit späterem Arbeitsbeginn oder Überstunden? Es war Zeit für was Neues: ortsbasierte Profilumschaltung. Diese Funktion gibt es in zwei Geschmacksrichtungen: GPS-basiert und per Funkmastzuordnung.

Ersteres (z.B. bei der App Tasker) hat neben dem oben angesprochenen Akkuverbrauch so ein Privatsphäregeschmäckle. Daher habe ich mich für Llama entschieden.

Was kann die App? Viele Funktionen des Smartphones ortsbasiert umschalten. WLAN an, wenn zuhause oder auf Arbeit, Ton leise beim Sport oder bei der Arbeit. Das sind die Standardsachen, es gibt sicher noch mehr Anwendungsfälle.

Wie macht sie das? Per Zuordnung der gerade verwendeten Funkmasten zu Orten/ Zonen und Zuordnung von Aktionen beim Betreten oder Verlassen dieser Orte. In der Lernphase werden z.B. alle Funkmasten angezeigt, mit denen ich mich an der Arbeitsstelle verbinde, ich ordne sie dann der Zone „Arbeit“ zu. Danach lege ich Regeln fest für das Betreten und Verlassen von „Arbeit“, z.B. das Profil „Lautlos“ und „WLAN ein“. Das isses.

Wie gut funktioniert das? Nach einer kleinen Weile ziemlich gut. Anfangs waren nur drei Funkmasten der Zone „Arbeit“ zugeordnet, wenn ich dann in einen anderen Gebäudeteil gegangen bin, hat das Telefon den Kontakt verloren und damit die Regel „Arbeit verlassen“ ausgelöst. Also, WLAN aus, Ton an. Schlecht, wenn man in einem Meeting sitzt und genau dann ein Anruf kommt. Das Problem lässt sich aber schnell per Zuordnung des neuen Funkmasts beheben.
Wenn man am Wochenende mit der S-Bahn durch die Zone „Arbeit“ fährt, kann das zu unerwünschten Aktionen führen, daher sind die Regeln zusätzlich auf einen Zeitraum einschränkbar. Und das macht das ganze dann ziemlich robust.

Was kann sie sonst noch? Allerhand Feineinstellungen für die Regelaktivierung, Verzögerungen, Bedingungspriorisierung. Da muss ich noch ein bißchen forschen.

Und, wie läuft’s? Sehr gut. Die Bedienung ist einfach, wenn auch nicht intuitiv, nach kurzer Zeit hat man eigene Regeln eingerichtet oder die vorhandenen an seine Bedürfnisse angepasst. Anfangs muss man ab und zu mal eine Zelle zuordnen, ansonsten funktioniert Llama einfach. Möchte ich nicht mehr missen.

P.S.: Es war nicht leicht, aber ich habe der Versuchung widerstanden, den Artikel mit einer der vielen beliebigen App-Wortspielereien zu ver-mainstream-en. Das macht ihn nicht besser oder schlechter, es war mir nur den Hinweis wert.